BSc. und MSc. in Computational Engineering

Seit dem Wintersemester 1999/2000 wird an der Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg der Bachelor- und Master-Studiengang Computational Engineering (Rechnergestütztes Ingenieurwesen) angeboten. Dieser Studiengang trägt der zunehmenden Bedeutung des Computers als Forschungs- und Entwicklungswerkzeug Rechnung, indem Informatik und ein Ingenieursfach nach Wahl gleichrangig gelehrt wird.

Bereits seit 1997 bietet die Universität Erlangen mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes den internationalen Master-Studiengang in Computational Engineering an, der sich einer regen Nachfrage erfreut. Im Herbst 1999 wurde dieser erfolgreiche Aufbaustudiengang um ein Bachelorprogramm erweitert und steht somit auch für deutsche Studienanfänger offen.

Die Regelstudienzeit für das Bachelorprogramm beträgt sechs Semester. Das Bachelorprogramm ist durch eine Dreiteilung der Vorlesungen geprägt. Zum einen hört der Student Vorlesungen aus der Informatik, der angewandten Mathematik und eines frei gewählten Ingenieursfachs. Darüberhinaus kann er Vorlesungen für Informatikvertiefungen und interdisziplinäre Vertiefungen frei wählen. Das Ingenieursfach, zusammen mit der Informatikvertiefung und die Angewandte Mathematik, bilden die drei Studienschwerpunkte im dreisemestrigen Masters-Studium.

Was ist Computational Engineering?

Die Ansprüche an technische Entwicklungen steigen immer stärker. Mehr und mehr sind Ingenieure auf den Computer angewiesen, um neue Produkte zu entwickeln, unterschiedliche technische Lösungen zu vergleichen, oder die Auswirkungen von Designentscheidungen vorherzusagen. Methoden der Informatik sind damit zu einer Schlüsselkompetenz in der globalen Industriegesellschaft geworden; intelligente technische Systeme sind ohne Informatik nicht mehr denkbar.

Computational Engineering ist deshalb ein anspruchsvolles neues Fach, das sich aus dem Ingenieurwesen, der angewandten Mathematik und der Informatik zugleich zusammensetzt. Durch diese Kombination sind Absolventen in der Lage, hochkomplexe technische Fragestellungen mit Hilfe des Computers effizient und effektiv zu lösen. Die Einsatzgebiete für einen Absolventen sind deswegen sehr viellfältig. Sie können zum Beispiel in den Bereichen der Simulation, der graphischen Datenverarbeitung, Produktdesign mit Hilfe des Computers, Entwicklung neuer Hardware, Softwareentwicklung, u.v.m. eingesetzt werden. Aufgrund ihrer Ausbildung sind die Absolventen in der Lage, in Situationen, die sowohl Wissen aus der Informatik als auch aus dem Ingenieurwesen erfordert, wesentlich besser zu agieren und zu reagieren.

Innovative Studiengänge

Die Abschlüsse Bachelor und Master orientieren sich an international üblichen Studienstrukturen. Bereits nach drei Jahren erhalten Absolventen mit dem Bachelor-Grad einen international anerkannten Abschluss und können damit in die Berufswelt eintreten. Das Studium ist praxisorientiert und beinhaltet im Bachelorstudium ein Industriepraktikum mit einer Dauer von 12 Wochen. Studierende, die ihre Kenntnisse weiter vertiefen wollen, können entweder direkt nach dem Bachelorstudium oder auch nach einigen dazwischenliegenden Berufsjahren das Studium in einem Masterprogramm an der Universität Erlangen oder anderenorts fortsetzen.

Das Masterprogramm der Universität Erlangen dauert drei Semester. Der Master-Abschluss ist eine Qualifikation, die dem Abschluss mit einem Diplom (Univ.) gleichzusetzen ist. Das Masterprogramm ist auch offen für Absolventen anderer Universitäten und Fachhochschulen. Für diese wird ein in der Regel obligatorisches Orientierungssemester angeboten, womit sich die Studiendauer auf vier Semester für den Master verlängert.

Lehrveranstaltungen in Computational Engineering finden in deutscher und englischer Sprache statt. Dies erleichtert den Studierenden einen Studienaufenthalt im Ausland und stellt zugleich ein wichtiges Qualifikationsmerkmal dar. Alle Lehrveranstaltungen in den ersten Semestern des Bachelor-Programms sind überwiegend deutschsprachig; gegen Ende des Programms kommen dann englischsprachige hinzu. Das Master-Programm kann ein fast beliebiges Verhältnis von englisch- zu deutschsprachigen Lehrveranstaltungen enthalten.

Durch den interdisziplinären Doppelschwerpunkt von Informatik und einem Ingenieursfach haben Absolventen in Computational Engineering beste Berufsaussichten in der Industrie und Forschung. Das Studium ist gekennzeichnet durch viele individuelle Wahl- und Kombinationsmöglichkeiten, die es erlauben, die Studienschwerpunkte den Interessen der Studierenden anzupassen. Eine Besonderheit des Bachelor-Programms ist, dass das Studium der Vertiefungsfächer schon im ersten Semester beginnen kann. Nach dem Vorbild amerikanischer Spitzenuniversitäten werden Studierende dabei individuell durch Hochschullehrer als Mentoren betreut und beraten. Nach dem Bachelor-Abschluß ist es auch möglich in den Elitestudiengang CE zu wechseln und den Abschluß Master with Honors zu erlangen.

Struktur der Studiengänge

Der Bachelor-Studiengang Computational Engineering besteht aus drei Säulen: Informatik, Mathematik und ein Ingenieursfachs. Das Ingenieursfach sollte schon zum Studienbeginn gewählt werden, da in fast allen Fällen bereits im ersten Semester Lehrveranstaltungen vorgesehen sind. Zur Wahl stehen derzeit:

Das Studium der Informatik-Vertiefung und der interdisziplinären Vertiefung beginnt während der ersten drei Semester. Der genaue Zeitpunkt hängt - wie auch der Inhalt der interdisziplinären Vertiefung - zum Teil von der Wahl des Ingenieursfachs ab. Als Informatik-Vertiefung kann jedes vom Institut für Informatik angebotene Schwerpunktfach gewählt werden, z.B. Computer-Graphik, Simulation oder Datenbanksysteme.